Noto Antica

Wir sind jetzt im Club. Wir gehören zu den Anwohnern und können uns jederzeit von der Bikestation ein Fahrrad ausleihen und für wenige EUR mieten. Das machen wir dann auch gleich mal. Sportlich gekleidet laufen wir zur ersten Bikestation und prüfen (wie man uns erklärt hat) die Fahrtauglichkeit. Bremsen – nicht besonders gut, aber probieren wir’s mal. Fahrradkorb – passt. Batterie – funktioniert. Jürgen will gerade ein Rad aus der Verankerung mieten, als ich sage „Stopp!!!“ – es hat keine Pedale! Unglaublich! Okay, von einem anderen Fahrrad montieren wir die Halteschraube für den Fahrradsitz ab, so dass wir schlussendlich von 4 Fahrrädern 2 Funktionierende zusammenbekommen. Der Platten wird noch von einem netten Italiener aufgepumpt, der grad zufällig neben uns eigene Fahrräder herrichtet. Unser Plan – wir radeln erst mal zur Ausleihstation B und schauen, ob’s da was besseres gibt. Die E-Bikes funktionieren soweit gut – nur bei Jürgen seinem gibt es nur 1 Gang. Tja. Bei der Station angekommen ist gar nix da. Alles leer! Okay, dann müssen wir halt mit Nr. 026 und 028 unser Glück versuchen.

Ziel: Noto Antica – ca. 13 km bergauf. Diese Stadt wurde beim besagten Erdbeben 1693 komplett zerstört und das jetzige Noto eben 13 km entfernt nach neuem Stadtplankonzept aufgebaut. Der Tag heute ist bewölkt. Bedeutet gut für uns – schlecht für die Fotos. Vorbei geht’s am städtischen Krankenhaus (wo unsere Vermieterin schon 35 Jahre als Krankenschwester arbeitet) und entlang der wenig befahrenen Straße. Jürgen’s Bike spinnt und gibt so kurz vor Ankunft die Batterie auf. Wir tauschen und ich fahr ohne Akku weiter – weil er ja mal eine Verletzung hatte und das Knie nicht stark belasten kann. Macht nix. Ich wollt eh schwitzen. Was ich dann auch reichlich tue. Wir klettern die Ruinen hoch und stellen fest, dass Noto Antica wirklich eine ordentlich große Stadt inkl. Stadtmauer war. Die Landstraße führt direkt hindurch und wir entscheiden uns diesen Weg zurückzunehmen. Erst Schotterstraße, dann geht’s über eine alte römische Straße (große Steine) und schließlich ist es wieder geteert. Zweimal überqueren wir den Fluss und sehen etliche Agritourismo die in idyllischer Lage Gäste einladen. 3 Std. später geben wir schlussendlich die Räder wieder zurück. Das reicht mal fürs Erste!