Catania

Also Catania muss man nicht unbedingt gesehen haben. Bevor wir in der Früh wegfahren, warnt uns die Vermieterin in Taormina auf unsere Vespas gut aufzupassen und sie keinesfalls aus den Augen zu lassen. Das gilt für Catania und Palermo. Okay. Super – und zur Verstärkung google ich und finde natürlich Horrorgeschichten von organisierten Überfällen auf Touristen, denen man direkt aus dem Auto vom Flughafen kommend alles – inklusive Koffer geraubt hat…

Deshalb werden Vorbereitungen getroffen. Strategisch werden unsere wenigen Wertsachen aufgeteilt und möglichst „Raubsicher“ verwahrt. Dann düsen wir los und sind bereits schon um 12 in der Stadt. Unser B&B ist wirklich toll renoviert und unsere Vespas sicher in der danebenliegenden Garage gegen ein Entgelt von EUR 10,00 verwahrt. Wir ziehen bei bewölktem Himmel los um die Stadt zu erkunden und landen direkt auf einem echt großen Markt. Der ist aber für Einheimische und hier sieht man inzwischen schon viele Afrikaner – aber auch nicht mehr als in Bologna. Wir begutachten die ausgestellte Ware und staunen. Natürlich gibt’s auch Obst und Lebensmittel aber auch Schuhe. Und zwar getragene. Um EUR 1,00 das Paar. Etliche Stände bestehen nur aus Kleiderhaufen – und jetzt wissen wir wo die geklauten Kofferinhalte verhökert und zu Geld gemacht werden – echt jetzt. Kein Scherz!? Man kann BH’s kaufen, T-Shirts und natürlich auch Trödelkram vom Flohmarkt. Nach 15 Minuten sind wir durch und kommen in eine Haupteinkaufsstraße mit Swarovski & Co. Bald schon sehen wir auch den berühmten Elefanten und den schönen Duomo, aber es riecht verdächtig. Dem Geruch folgend landen wir auf dem Fischmarkt. Aber wir sind zu spät (klar um eins)… und so sehen wir noch die wenigen Überreste und entscheiden, dass wir als Vegetarier nichts verpasst haben.

Immer wieder sieht man wirklich arme Leute und etliche Jugendliche mit Aggressions-Potential, die einen argwöhnisch begutachten. Nein, hier fühlt man sich nicht wohl. Auch die Einheimischen nicht. Das sieht man ihnen an. Die Handtasche immer vorne getragen, mit einer Hand darauf, die Augen wachsam um sich blickend. Keine schöne Stadt zum leben.