Scilla

Nach Tropea geht’s im Sonnenschein weiter. Unser heutiges Ziel liegt 90 km entfernt – Scilla. Erst fahren wir noch die kurvenreichen Straßen bis zum Capo Vaticano um dann die Bundesstraße SS18 wieder nach Süden zu nehmen. Als wir so dahin kurven seh ich ein ganz normales Ortsschild. Doch etwas ist anders…. Einschusslöcher. Mehrere. Schon rostig. Aha. Ich erinnere mich an den Artikel der Zeitung – Mafiagebiet so ne Art „Hundemarkierung“. Und schon dreht wieder der Film im Kopf. Gleich darauf wieder ein paar Dirnen an der Straße. Oh je… roter Jeep…. Nachdem er uns so gefühlte 10 Min. hinterher fährt (vermutlich waren es nur 5) fahre ich an die Seite und lass ihn vor. Ich bin dem lieben Gott echt dankbar, dass wir bis jetzt noch keine schlechten Erfahrungen gemacht haben. Es wurde uns weder was gestohlen, noch sind wir krank geworden oder etwas ist kaputt gegangen.

Kalabrien ist sooo grün und ganz toll von der Landschaft her. Wir sehen riesige uralte Olivenbäume, die fast so hoch sind wie unsere Eichen – und das massenhaft. Dazu hängen rechts und links schon Orangen, Zitronen und Mandarinen an den Bäumen – größtenteils noch dunkelgrün. Alles blüht noch und es ist warm. In Scilla finden wir eine kleine Bleibe und genießen den feinen Kieselstrand. Hier zu laufen ist Fußpeeling.

Im Zimmer kommt dann die Erleuchtung. Aller Schiffsverkehr für die Südeuropäischen Häfen geht hier durch die enge Passage. Deshalb brummt es die ganze Nacht von den großen Frachtern und Kreuzfahrtschiffen und Fähren, als ob neben dir ein Bus mit laufendem Motor parkt. Jürgen kriegt in der Nacht natürlich nichts mit.