Wir fliegen nach Mallorca und checken einen Tag später auf dem Schiff Chianti in Palma ein. Die Crew: Hans-Erich, Hans-Günther, Manfred (unser Küchenchef), Werner, Wilhelm und wir. Unser Kapitän Hans-Erich hat die Aufgabe uns sicher nach Sardinien zu bringen. Wir sind (wie meistens) die Jüngsten. Alle haben bereits schon viel Segelerfahrung und wir haben gemeinsam viel Spaß zusammen. Das besondere an diesem Törn ist, dass wir für die Überfahrt auf offenem Meer ca. 45 Stunden brauchen und alles komplett durchsegeln. So werden also Zweier Gruppen gebildet, die sich im 3 Stunden Rhythmus immer wieder abwechseln. D.h. am Montag Vormittag legen wir bei der Marina Porto Pedro ab und kommen am Mittwoch morgen in der Marina Sifredi in Sardinien an.
Natürlich hat sich auf dieser Überfahrt etwas ereignet, was wir seither noch nie erlebt haben. In Kürze: Wilhelm und ich sind das nächste Team, wir übernehmen um 01.00 Nachts die Chianti und segeln in die Nacht. Alles ruhig mit leichtem Wind. Es fängt leicht zu regnen an, der Wind nimmt etwas zu und dann geht alles sehr schnell. Ich bin am Steuer und halte den Kurs, dann kommt eine starke Windböe von Steuerbord und versetzt das Schiff in eine extrem Schräglage. Das Vorsegel liegt bereits im Wasser und ich stehe schon seitlich auf der Packkiste. Lt. Vorschrift sind wir mit dem Lifebelt am Schiff angekettet, sonst wäre vielleicht jemand über Bord gegangen. Wie auf Knopfdruck regnet es jetzt wie aus Kübeln und der Wind hat zugenommen. Die nächsten 2 Minuten haben es in sich. Das Schiff steht nicht mehr auf und wir sind für einen Augenblick erstarrt. Wird es eine Rolle machen? Werden wir kentern? Viele Fragen gehen einem in Sekundenschnelle durch den Kopf. Wir brüllen uns gegenseitig ein paar Worte zu, aber durch den Schock reagieren wir stark verlangsamt. Unser Kapitän schafft es aus der Kajüte zu kommen und gemeinsam bringen wir das Schiff wieder hoch. Es ist spannend zu hören, wie jeder (auch unter Deck), dieses Ereignis erlebt hat. Es wurden auf jedenfall Gebete gesprochen. Nachdem sich alles wieder etwas beruhigt und dann später der Regen wieder aufgehört hat, kommen wir am nächsten Morgen dann in Sardinien an. Wir alle müssen die nächsten Tage das Ganze noch verarbeiten und haben für die nächste Zeit auf jeden Fall ein Gesprächsthema.
Wir segeln noch ein paar Tage an der Küste Sardiniens entlang und nach insgesamt 11 Tagen fliegen wir dann wieder nach Hause. Es war ein schöner Törn mit einem ganz besonderen Kick, der aber unheimlich das Vertrauen in die Bootsbauer stärkt! 🙂



















































































